Was sind Privatschulen?
Was sind Privatschulen?
Der Begriff der Privatschulen umfasst sämtliche Bildungseinrichtungen, die nicht in staatlicher Trägerschaft sind. Hierzu zählen freie Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, allgemein- und berufsbildende Schulen, Weiterbildungseinrichtungen im Bereich der Erwachsenenbildung sowie private Fach- und Hochschulen. Träger sind überwiegend gemeinnützige Gesellschaften und Vereine.
Warum gibt es Privatschulen?
Privatschulen decken gemeinsam mit Institutionen der staatlichen Trägerschaft den Bildungsbedarf in Deutschland. Diese Koexistenz ist sogar im Grundgesetz verankert. Nicht ohne Grund: Privatschulen tragen zur Vielfalt unserer Bildungslandschaft bei, verbreitern das Angebot und fördern den Wettbewerb sowie Innovation im Bildungsbereich.
Welche Einrichtungen gibt es im privaten Bildungsbereich?
Der allgemeine Ausdruck der Privatschule beschränkt sich nicht nur auf Grundschulen und weiterführen Einrichtungen. Vielmehr fallen darunter viele verschiedene private Bildungseinrichtungen:
- Ersatz- und Ergänzungsschulen
- Privatschulen im beruflichen Bereich (beispielsweise Berufsfachschulen, Fachoberschulen und -akademien)
- freie Hochschulen mit staatlicher Anerkennung
- Weiterbildungseinrichtungen (unter anderem Sprachschulen, Erwachsenenbildung, Arbeitsmarktdienstleistungen, Berufsförderung sowie Nachhilfeeinrichtungen)
Worin liegt der Unterschied zwischen Ersatz- und Ergänzungsschulen?
Ersatzschulen sind weiterführende Bildungseinrichtungen. Sie bauen das Angebot weiterführender Schulen des Staates aus – beispielsweise in Gemeinden, in denen es nicht genügend öffentliche Angebote gibt. Sie stehen unter behördlicher Aufsicht der Schulaufsicht und arbeiten mit den vor Ort geltenden Lehrplänen. Ergänzungsschulen ergänzen hingegen das bestehende Angebot um neue Bildungswege, insbesondere in beruflicher Hinsicht oder in mehrsprachiger, internationaler Ausrichtung.
Welche Vorteile bieten Privatschulen?
Privatschulen haben große Vorteile für Schülerinnen und Schüler. Mit ihren differenzierten pädagogischen, weltanschaulichen und an den Bedürfnissen der Lernenden orientierten Profilen bieten sie ein besonders vielfältiges Angebot. Privatschulen arbeiten eigenständig und effizient und passen sich rasch an gesellschaftliche und technische Entwicklungen an. Sie gewährleisten dadurch zeitgemäße Bildungskonzepte auf höchstem Niveau. Wobei ebenso die Vermittlung klarer gesellschaftlicher Werte im Fokus steht. Nicht zuletzt sind außerschulische Aktivitäten ebenso wie die Förderung von sozialem Engagement und einem aktiven Miteinander in vielen Einrichtungen selbstverständlich.
Sind Privatschulen reichen Bürgern vorbehalten?
Nein. Jedem Kind steht der Besuch einer Privatschule offen, sofern seine Fähigkeiten, Neigungen und Kenntnisse dem pädagogischen Konzept entsprechen. Das Grundgesetz verbietet Schulen eine Auswahl ihrer Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Besitzverhältnisse. Nach dem sogenannten Sonderungsverbot steht der Besuch einer freien Schule jedem offen, ganz gleich, wie viel derjenige oder dessen Erziehungsberechtigte verdienen.
Wie viel kostet eine Privatschule?
Der Besuch einer Privatschule ist in der Regel mit der regelmäßigen Zahlung von Schulgeld verbunden. Diese ist notwendig, da der Staat nicht zu 100 Prozent die Finanzierung über einen Finanzausgleich leistet. Um allen Interessenten den Schulbesuch zu ermöglichen, bieten viele Privatschulen Stipendien, Schulgeldstaffelungen und Geschwisterrabatte an. Die Zahlung von Schulgeld bemisst sich zudem in vielen Privatschulen anhand der Einkommensverhältnisse. Welche Kosten auftreten, hängt von der jeweiligen Bildungseinrichtung ab. Wenden Sie sich diesbezüglich einfach direkt an die Schule Ihrer Wahl.